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2008

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Orchesterprojekt der Kronacher Klassik AKADEMIE 2008
unter der Schirmherrschaft von Axel Kober, Musikdirektor der Oper Leipzig

Abschlusskonzerte am 4. und 5. Oktober 2008
Steinbach am Wald, katholischen Kirche St. Heinrich am 4. Oktober 2008 um 19.30 Uhr
Kronach, Maximilian-von-Welsch-Realschule am 5. Oktober 2008 um 16.00 Uhr


Burkhart M. Schürmann (*1972)
“Maximilian-von-Welsch-Fanfare” für 10 Blechbläser
komponiert zum 5-jährigen Bestehen der Kronacher Klassik AKADEMIE

George Gershwin (1898–1937)
Concerto in F für Klavier und Orchester
   Allegro
   Adagio - Andante con moto
   Allegro agitato

Barbara Zenk (Klavier)

Antonín Dvořák (1841-1904)
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 “Aus der neuen Welt”
   Adagio - allegro molto
   Largo
   Scherzo, molto vivace
   Allegro con fuoco



Sinfonieorchester der Kronacher Klassik AKADEMIE
Leitung Burkhart M. Schürmann
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Das Programm der 5. Kronacher Klassik AKADEMIE thematisiert die stilistische Verschmelzung europäischer und amerikanischer Musik im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Vor diesem gedanklichen Hintergrund erklingen das einzige Klavierkonzert des Amerikaners George Gershwin und die wohl populärste Symphonie des Europäers Antonin Dvořák. Beide Komponisten bereisten den jeweils anderen Kontinent, studierten dessen Musik und verarbeiteten ihre Eindrücke mehr oder weniger bewusst in ihren Werken.

Dvořák folgte 1892 einer Einladung nach New York, wo er den Auftrag erhielt, als Direktor des “National Conservatory of Music” die Entwicklung einer eigenständigen amerikanischen Musik und deren Emanzipation von der vorherrschenden Kunstmusik Europas voranzutreiben. In seinem eigenen Schaffen schlug sich diese Aufgabe in der Verwendung melodischer, harmonischer und rhythmischer Elemente nieder, die an die Volksmusik der Indios und Afroamerikaner erinnern. So finden sich in seiner Symphonie “Aus der Neuen Welt” pentatonische Melodien, leittonlose Kadenzwendungen und die für Negro-Spirituals typischen Synkopen, eingekleidet in ein orchestrales Klanggewand. Kein Wunder, dass Hollywood-Komponisten hier später so manche Anregung für ihre Cowboy-Filme fanden. Doch obwohl vor dem geistigen Auge des modernen Hörers fast unweigerlich Szenen aus dem Lieblings-Western vorbeigaloppieren und obwohl der zweite und dritte Satz der Symphonie tatsächlich inhaltliche Bezüge zu einer Dichtung Henry W. Longfellows aufweist (als Totenklage und Hochzeitstanz des Indianerhäuptlings “Hiawatha” nämlich), haben wir es insgesamt doch nicht mit Programmmusik zu tun. Stärker wirkt das formale Gestaltungsmuster der absolut-musikalischen Symphonie, deren vier Sätze Dvořák durch das Wiederauftreten gleicher Themen und deren kombinatorische Verarbeitung stark zusammen bindet. Gewissermaßen ein Ausreißer in diesem Themen-Ensemble ist allein der böhmisch anmutende Ländler, der nur im Trio des dritten Satzes auftaucht und einen versteckten Gruß an die Heimat des Komponisten sendet.

Das Klavierkonzert George Gershwins entstand bereits drei Jahre vor der großen Europareise des Komponisten, die er mit seinem berühmten Orchesterwerk “An American in Paris” dokumentierte. Doch schon sein erster Klavierlehrer Charles Hambitzer hatte den jugendlichen Schüler mit der klassischen Musik Europas vertraut gemacht und ihm den Besuch von Orchesterkonzerten mit europäischem Repertoire ans Herz gelegt. 1924 war dann der Dirigent Walter Damrosch durch die Uraufführung der “Rhapsody in blue” auf Gershwin aufmerksam geworden. Er beauftragte den Komponisten damit, für das kommende Jahr ein ausgewachsenes Klavierkonzert zu schreiben, das die klassisch-europäische Konzertform mit Elementen des Jazz kombiniert. Der damals noch weitgehend autodidaktisch komponierende Gershwin musste sich daraufhin das nötige Wissen über Formenlehre und klassische Instrumentation erst mit Hilfe von Büchern erarbeiten und vor Erstellung der endgültigen Fassung seines Konzertes ein 60-köpfiges Orchester mieten, um seine formalen und klanglichen Ideen in der Realität zu überprüfen. Das Resultat begeisterte das Publikum und spaltete die Fachkritik: Während Strawinsky etwa darin das Werk eines Genies erkannte, lehnte es Prokofjew entschieden ab. Heute können wir uns an den jazzigen Harmonien und Rhythmen erfreuen und über die raffinierte orchestrale wie formale Gestaltung staunen, die ähnlich wie in Dvořáks 9. Symphonie gleiche Themen in verschiedenen Sätzen in jeweils unterschiedlicher klanglicher Gestalt wiederauftreten lässt und so dem Werk eine unterhaltsame Vielfalt in der Einheit verleiht.

BMS



Die Kronacher Klassik AKADEMIE ist eine Initiative von KRONACH Creativ
in Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule für Musik Oberfranken,
der Sing- und Musikschule im Landkreis Kronach,
der Maximilian-von-Welsch-Schule Kronach
 und dem Frankenwald-Gymnasium

Träger des Kultur-Förderpreises des Landkreises Kronach
Mitglied im BDLO Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester e. V.

Schirmherr Axel Kober, GMD der Deutschen Oper am Rhein

in memoriam Burghard Fussek (1942-1999)